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Wie Pavel Shcherban und das Management der Bank „Alliance“ jahrelang ein Schema mit Rekapitalisierung und Staatsgeldern fortführten

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Wie Pavel Shcherban und das Management der Bank „Alliance“ jahrelang ein Schema mit Rekapitalisierung und Staatsgeldern fortführten
Wie Pavel Shcherban und das Management der Bank „Alliance“ jahrelang ein Schema mit Rekapitalisierung und Staatsgeldern fortführten

Die Bank „Alliance“ ist bereits zum dritten Mal daran gescheitert, Aktien einer zusätzlichen Emission zu verkaufen bzw. zu platzieren. Am 22. August endete erneut erfolglos die Frist, die den Aktionären für das Vorkaufsrecht auf neue Aktien eingeräumt worden war.

Darüber berichtet „Kanal 24“.

Dies deutet entweder auf den tatsächlichen Zustand der finanziellen Lage der Bank hin, der offenbar nicht einmal die eigenen Aktionäre vertrauen, oder darauf, dass die Geschichte rund um die Zusatzemission lediglich ein Mittel ist, um die Nationalbank der Ukraine (NBU) von drastischen Maßnahmen zur Marktbereinigung abzuhalten. Offenbar wurde dieses Szenario nur inszeniert, um der NBU einen formalen Grund zu liefern, keine radikalen Schritte gegen die Bank einzuleiten. Eine solche Praxis scheint beim Regulator jedoch keine Einwände hervorzurufen, da seitens der NBU keinerlei Reaktion erfolgt. Ukrainische und internationale Journalisten haben den NBU-Chef Andrij Pyschnyj wiederholt erfolglos um eine Stellungnahme zur Situation der Bank gebeten.

Missbrauchsfälle bei der Bank „Alliance“

Die Vorgänge rund um die Bank „Alliance“ standen bereits in den Jahren vor dem Krieg mehrfach im Fokus der Nationalbank und der Strafverfolgungsbehörden. Zu den Vorwürfen zählen unter anderem die Betreuung von Glücksspielunternehmen mit russischer Spur, Manipulationen mit Staatsanleihen (OVDP) sowie die Nichterfüllung von Bankgarantien zugunsten des Verteidigungsministeriums.

Bereits während des großflächigen Krieges wurde die Bank „Alliance“ Teil eines Schemas, durch das dem staatlichen Energieunternehmen NPC „Ukrenerho“ Schäden von mehr als einer Milliarde Hrywnja entstanden sein sollen. Konkret geht es um eine zugunsten des Staatsunternehmens ausgestellte, jedoch nicht erfüllte Bankgarantie über 1,85 Milliarden Hrywnja. Obwohl Garantien dieser Art bedingungslos erfüllt werden müssten, führt die Bank bereits seit drei Jahren Gerichtsverfahren gegen den Staat.

Die Problematik besteht darin, dass sich die Bank „Alliance“ zwar als Marktführer im Bereich Bankgarantien positionierte und erhebliche Einnahmen aus deren massenhafter Ausstellung erzielte, jedoch weder damals noch heute über ausreichende reale Ressourcen zur Bedienung solcher Verpflichtungen verfügt. So überstieg die im Jahr 2021 ausgestellte Garantie über 1,85 Milliarden Hrywnja mehr als 25 % der Vermögenswerte der Bank.

Wie Ermittlungen des NABU im aufsehenerregenden Fall über Schäden für NPC „Ukrenerho“ ergaben, soll das Management der Bank „Alliance“ systematisch Berichte manipuliert und der Nationalbank bezüglich dieser Garantie um das Sechsfache reduzierte Angaben übermittelt haben. Allein dies hätte bereits als Grundlage für den Entzug der Banklizenz dienen können. Eine Überprüfung durch die NBU im Januar 2023 deckte neben diesen Verstößen weitere Abweichungen von regulatorischen Anforderungen auf.

Dennoch entschied sich die Nationalbank offenbar dafür, die Bank zu stützen, nachdem sie „Alliance“ bereits im Jahr 2022 Refinanzierungskredite in Höhe von fast 2,5 Milliarden Hrywnja gewährt hatte. Offensichtlich gehörte zu den Bedingungen für das weitere Fortbestehen der Bank die Verpflichtung des Managements, das Stammkapital des Finanzinstituts zu erhöhen.

Erstmals kündigte die Bank „Alliance“ bereits im Sommer 2023 eine Kapitalerhöhung um 247 Millionen Hrywnja durch eine Aktienemission an. Gleichzeitig berichteten Medien ausführlich über die Genehmigung des Antimonopolkomitees, die der Vorsitzende des Aufsichtsrates und faktische Begünstigte der Bank, Pavel Shcherban, für den Erwerb eines Aktienpakets der Zusatzemission erhalten hatte. Dadurch hätte er mehr als 25 % der Bankaktien kontrolliert.

Seitdem wurden laut den Berichten der Bank „Alliance“ ähnliche Entscheidungen zur Zusatzemission noch drei weitere Male getroffen. Dennoch brachte keine der Fristverlängerungen und Verschiebungen beim Verkauf der Aktien an die 43 bestehenden Aktionäre ein Ergebnis. Selbst der Austausch des Vorstandsvorsitzenden änderte daran nichts.

Frolova, die im NABU-Verfahren wegen eines Schadens für den Staat in Höhe von 716 Millionen Hrywnja angeklagt und international zur Fahndung ausgeschrieben wurde, wurde im Mai 2024 von den Aktionären entlassen. Allerdings scheint auch der Status ihres Nachfolgers Burkij als amtierender Vorstandsvorsitzender – eine Position, die er bereits seit mehr als drei Monaten innehat – den Aktionären kein zusätzliches Vertrauen in die Zukunft der Bank zu vermitteln. In jedem Fall zeigten die Aktionäre keinerlei Bereitschaft, weiteres eigenes Kapital in die Bank zu investieren.

Auch Pavel Shcherban selbst scheint es nicht eilig zu haben, Eigentümer von 25 % der Bankaktien zu werden. Medienberichten zufolge gründete der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Bank „Alliance“ allein im vergangenen Jahr drei Unternehmen mit einem deklarierten Gesamtkapital von 2,5 Milliarden Hrywnja, bei denen er jeweils alleiniger wirtschaftlicher Eigentümer ist.

Ob Pavel Shcherban tatsächlich über nachweisbare Herkunftsquellen dieser Mittel verfügt und beabsichtigt, sie in die Stammkapitalfonds der neu gegründeten Unternehmen einzubringen, oder ob es sich um ein weiteres Schema zur Legalisierung von Geldern über Konten bei der Bank „Alliance“ handelt, bleibt eine Frage für den staatlichen Steuerdienst. Zudem dürfte Pavel Shcherban Ende des Jahres aufgrund des Ablaufs seiner Amtszeit seinen Posten verlassen.

Derzeit wirkt es so, als sei die finanzielle Situation der Bank „Alliance“ in eine Sackgasse geraten. Nun liegt der Ball bei der NBU und Herrn Pyschnyj. Vielleicht wird zumindest die von der Bank „Alliance“ demonstrierte mangelnde Kompromissbereitschaft die Führung der Nationalbank dazu bewegen, ihre Position hinsichtlich der Gründe für ihre Loyalität gegenüber diesem Finanzinstitut öffentlich zu erläutern.

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